Brauchen Kinder Nahrungsergänzungsmittel?

Kaum ein Thema wird unter Eltern so kontrovers diskutiert, wie die Frage, ob auch Kinder Nahrungsergänzungsmittel brauchen. Und welche Produkte sind gut für sie?

Bekommen Kinder ausreichend Nährstoffe über die Nahrung? Und was passiert mit ihren kleinen Körpern, wenn sie Obst und Gemüse verschmähen und stattdessen lieber zu Chicken Nuggets, Pommes und Pizza greifen? Wenn wir Großen Vitamin C, Magnesium, D3 und Co. supplementieren, müssen wir dann nicht auch die Kids entsprechend versorgen? Die Verbraucherzentralen und andere Service-Einrichtungen halten Nahrungsergänzungsmittel in den meisten Fällen für überflüssig. Oftmals sehen sie in den angebotenen Produkten reine Geldmacherei. Vor allem warnen sie davor, Eltern sollten ihren Kindern keinesfalls ihre eigenen Präparate geben, da diese viel zu hoch dosiert wären. Selbstverständlich ist die Voraussetzung für Gesundheit eine gesunde Ernährung. Greifen wir zu viel gesundem Gemüse, essen Obst und stillen unseren Hunger mit hochwertigen Vollkornprodukten, müssen wir nicht supplementieren. Doch der Alltag sieht – und das gilt für Kinder gleichermaßen wie für Erwachsene – oftmals eben ganz anders aus. Die Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, sind industriell stark verarbeitet (Fertigprodukte) und enthalten einfach nicht all die Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, etc.), die wir brauchen, um gesund zu sein. Bei den Kindern kommt noch dazu, dass eine mangelhafte Nährstoffversorgung die Zellneubildung und somit ein gesundes Wachstum verhindern kann.

Wer sich ausgewogen ernährt, braucht all die Pillen, Tropfen und Kapseln nicht. Aber wer von uns ernährt sich ausgewogen? Wir essen Weißmehl, süße Brotaufstriche, stark verarbeitetes Fleisch, Fertiggerichte, Kekse und Kuchen und all die anderen leckeren Dinge, die uns satt machen sollten, aber vor allem auch schmecken müssen. In Baby-Keksen oder Bärchen-Wurst oder süßem Trinkjoghurt sind all die wichtigen Nährstoffe nicht enthalten. Haushaltszucker – der nun einmal in so vielen Produkten, die lecker schmecken, zugesetzt wird – entzieht dem Körper sogar noch die Vitamine, die er so dringend für seine Funktion braucht.

Die Frage, ob ein Kind ein Nahrungsergänzungsmittel braucht oder nicht, hängt daher ganz wesentlich von der Ernährung ab. Kocht Mutti selbst und gesund, dann ist hier sicherlich kein Bedarf da. Gibt es in der Kindertagesstätte oder Schule selbstgekochtes und gesundes Essen, dann kann auch hier auf eine Supplementierung verzichtet werden. Greift das Kind zu Salat, Gemüse und Obst, müssen sich die Eltern keine Sorgen machen. Kränkelt das Kind hingegen häufig oder fühlt sich schlapp und augelaugt, ist müde und sieht fahl und blass aus, dann kann eine Blutuntersuchtung (beim Arzt) Aufschluss über eventuelle Mangelzustände geben. Auch sollte der Arzt grundsätzlich der erste Ansprechpartner sein, wenn es um die Kindergesundheit geht. Wollen Eltern den Körper ihres Kindes mit Nahrungsergänzung stärken, dann sollten sie darauf achten, dass sie zu Präparaten greifen, die ausschließlich für Kinder gemacht sind. Denn diese enthalten eine entsprechend niedrige Dosierung und können so bedenkenlos supplementiert werden. Optimal wäre beispielsweise ein Saftkonzentrat, das von den Kindern auch als lecker empfunden wird und so gern konsumiert wird. Die Produkte sollten so natürlich wie möglich sein und keine Zusatzstoffe enthalten. Wer Säfte zum Trinken geben möchte, sollte auf Direktsäfte setzen und darauf achten, dass kein zusätzlicher Zucker beigegeben ist. Übrigens sind Bonbons oder Weingummi, die mit Vitaminen angereichert sind, keine gute Alternative, um die Kindergesundheit zu fördern.

Ein wichtiger Tipp für Eltern ist auch: Lassen Sie sich nicht von anderen Eltern beirren. Holen Sie sich gerne die Meinungen anderer ein, aber „füttern“ Sie das Kind nicht mit Produkten, nur weil andere Eltern das tun. Ein gesunder Smoothie schmeckt übrigens auch lecker und kann prima die Ernährung bereichern und Nahrungsergänzungsmittel ersetzen. Manchmal sehen die Kinder bei den Eltern, was diese zu sich nehmen und wollen das auch. Wenn sich Papa also morgens einen gesunden Smoothie zubereitet, kann das Kind gerne eine Portion davon abbekommen.

Bild: JenkoAtaman – fotolia.com

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