Digital Detox kann sinnvoll sein

Wir leben in einer überfrachteten Welt. Die Regale in den Supermärkten sind voll und nicht nur bei den Lebensmitteln stehen wir täglich vor der Herausforderung, uns entscheiden zu müssen. Auch bei der Kommunikation gibt es mittlerweile zig Möglichkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Wir können eine SMS oder Whatsapp-Nachricht schreiben, letztere kann sogar gesprochen werden. Wir schreiben E-Mails, posten bei Facebook, kontaktieren über den Messenger oder greifen zum Telefon und rufen an. Was sich wie ein Luxus an Möglichkeiten anhört, kann für viele Leute stressig sein.

Durch die ständige Erreichbarkeit baut sich ein Erwartungsdruck auf, der Energie rauben kann. Und genau deshalb ist eine Auszeit vom Digitalen – Digital Detox – sinnvoll. Je nachdem, welcher Generation man angehört und welchen Job man ausübt (denn manche Jobs erfordern eine flexible Erreichbarkeit) und wie offen man für die neuen Kommunikationsmittel ist, desto begeisterter nutzen Männer und Frauen die modernen Tools, um jederzeit und überall mit anderen im Kontakt zu sein. Doch das verursacht – und da kann die Begeisterung noch so groß sein – Stress. Dass sogar große Magazine wie STERN und SPIEGEL „Übungen und Tipps zum Medienfasten“ geben und Promi-Influencer wie Paris Hilton und Kim Kardashian eine Auszeit von den sozialen Medien wie Facebook und Instagram nehmen, zeigt, wie wichtig ein Verzicht für den Körper und die Seele sein kann.

Wir müssen nicht übertreiben. Es gibt kleine – aber hochwirksame – Regeln, die wir uns selbst auferlegen können und die den Stresspegel ganz massiv senken. Zum Beispiel bleibt das Smartphone bei den Mahlzeiten mit der Familie dem Tisch fern. Es kann eine Sammelstelle festgelegt werden (etwa die Kommode im Flur), wo alle Familienmitglieder ihre Handy für die Essenszeit ablegen. Im Schlafzimmer gilt ab sofort Handy-Verbot und auf der Toilette auch. Und ab 20 Uhr abends müssen keine beruflichen Nachrichten mehr (das gilt auch für E-Mails) beantwortet werden. So einfach ist das.

Die Außenwelt wird immer Stress ausüben („Du hast die Nachricht gelesen, weshalb hast du nicht geantwortet?“), deshalb liegt es an uns, uns selbst vor dieser Reizüberflutung zu schützen. Nur, wenn wir uns diesem vermeintlichen Zwang, immer erreichbar sein zu müssen, widersetzen, können wir dem Strudel aus dauerhafter Präsenz, Verpflichtung zur Kommunikation und Mitteilungsdruck entkommen. Unsere Seele und somit unsere Gesundheit werden das spüren.

Bild: juliasudnitskaya – fotolia.com

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