Medien erzeugen Distanz

Wir sind von Informationen, Nachrichten und News umgeben und es fällt vielen Menschen schwer, sich von dieser Informationsflut frei zu machen. Radio, Fernsehen, Smartphone und Internet gehören zu unserem Leben und obwohl wir glauben, mit allem und jedem vernetzt zu sein, so darf eines nicht vergessen werden: Medien erzeugen Distanz.

Wer sein Leben online statt offline lebt, der hat keine echten Freunde, sondern nur virtuelle Weggefährten. Wer Sprachnachrichten versendet, Nachrichten schreibt oder E-Mails verschickt, der bringt sich um den persönlichen Austausch von Angesicht zu Angesicht. Und genau dieser Austausch ist so wichtig, denn: Wir Menschen sind Säugetiere, wir brauchen ein Miteinander.

Es gibt ganz oft Tage, an denen wir im Job eingespannt, vom Alltag bestimmt oder von Verpflichtungen umgeben sind. Es bleibt wenig Zeit für Freunde oder die Familie und da reicht es für viele Leute aus, schnell einmal eine Sprachnachricht zu verschicken, ein Foto zu senden oder ein Like unter einem Post abzugeben, damit die Person weiß, dass man an sie denkt. Eine digitale Nachricht ist besser als kein Lebenszeichen denkt man, doch ist das wirklich so? Psychologen sehen den sozialen Kontakt ohne echten Kontakt kritisch.

Wie geht es dir? Was hast du heute gemacht? Wie fühlst du dich? Können diese Fragen per Tastatur ehrlich beantwortet werden? Oberflächlich schon, doch irgendwie fehlt hier etwas. Digitale Medien erzeugen Distanz, denn ein Austausch findet meistens nur einseitig statt. Wir sprechen, schreiben oder liken und wissen gar nicht, wann unsere Botschaft beim Empfänger angekommen ist.

Echte Kontakte wirken sich auf das Nervensystem aus

Sprechen wir als Nachricht „Hey, mir geht es super“, dann nehmen wir unserem Gegenüber die Möglichkeit, nachfragen zu können. Es findet ein Monolog und kein Dialog statt. Viel schöner wäre es doch, dem anderen in die Augen zu schauen und ihm zu sagen: „Hey, mir geht es super“, um dann abzuwarten, wie er reagiert. Fragt er nach, freut er sich für mich oder teilt er mit, wie es ihm selbst geht?!

Eine Nachricht zu sprechen oder zu schreiben erzeugt in Zeiten von Social Media Unabhängigkeit. Selbstverständlich kann immer mal schnell eine Info über das Smartphone verschickt werden. Das ist einfach und praktisch und schnell noch dazu. Und es bleibt dem Empfänger überlassen, wann er darauf reagiert. Doch ein richtiger Austausch, in dem Gefühle, Gedanken und Erlebnisse kommuniziert werden, der sollte bitteschön auf physischem Wege in einem gemeinsamen Miteinander stattfinden. Ein echter Kontakt wirkt sich auf das autonome Nervensystem aus. Wir brauchen die Mimik, die Gestik, die Reaktion des anderen, um die Energie der Person wahrnehmen zu können. Und das geht eben nur im direkten Zusammensein.

Die Kommunikation über das Internet ist eigentlich gar keine. Denn nur wahre Nähe schafft Vertrauen und Vertrauen ist in der heutigen Welt so unglaublich wichtig.

Bild: pixabay.com

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