Menschen unterschÀtzen ihre Lebenszeit

Wir werden heute Ă€lter als noch vor einigen Jahrzehnten. Und dennoch unterschĂ€tzen so viele Menschen ihre eigene Lebenszeit. Das hat jetzt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergeben.Grundlage der genannten Umfrage ist eine im Sommer durchgefĂŒhrte Befragung von ĂŒber 1000 MĂ€nnern und Frauen ab einem Alter von 18 Jahren.

Die befragten Personen sollten ihre eigene Lebenserwartung einschÀtzen und gaben als Antwort durchschnittlich ein Alter von 83 Jahren (konkret: 82,8 Jahre) an. Als die tatsÀchlichen Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ausgewertet wurden, ergab sich, dass die Personen ein wirkliches Alter von 87,7 Jahren erwarten können. Wow. Das sind immerhin 4,9 Jahre Unterschied.

Die Lebenszeit steigt von Generation zu Generation

Die Studie hat ergeben, dass es jungen Menschen sichtlich schwer fĂ€llt, ihre statistische Lebenserwartung einzuschĂ€tzen. Die Ursache hierfĂŒr könnte in falsch gewĂ€hlten Referenzpunkten liegen. Denn in jungen Jahren kann man sich ein Leben im Alter kaum vorstellen. Wer jung ist denkt hĂ€ufig, dass 60, 70 oder 80 Jahre alte MĂ€nner und Frauen „uralt“ sind. Wer dieses Alter erreicht hat, weiß, dass hĂ€ufig das Gegenteil der Fall sein kann. Immer mehr „Alte“ fĂŒhlen sich jung und sind als „Best Ager“ voller Energie.

Fast jeder Zweite, der fĂŒr diese Untersuchung befragt wurde, schaut bei der SelbsteinschĂ€tzung auf das Alter seiner Eltern oder sogar auf das Alter seiner Großeltern. Es braucht halt einen Anhaltspunkt. Die aktuelle Lebensweise, der Blick in die Zukunft und die persönliche Weiterentwicklung reichen nicht aus, um erkennen zu können, wie alt man wirklich werden könnte.

Die EinschĂ€tzung ist wirklich nicht einfach. Erwiesen ist, dass jede Generation etwa fĂŒnf Jahre lĂ€nger lebt als die Generation zuvor.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft fordert jetzt eine bessere AufklĂ€rung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Denn: Wer seine statistische Lebenserwartung nicht kennt, der kann auch nicht ausreichend fĂŒr das Alter vorsorgen.

Wir können heute durchaus ein Alter von 80 oder 90 Jahren und sogar darĂŒber hinaus erreichen, aber das Leben sollte dann auch lebenswert sein. Wir sollten gesund sein, die Rente muss reichen und jedes Jahr, das von Gott geschenkt wird, sollte nicht als SelbstverstĂ€ndlichkeit gesehen werden. Auch, wenn wir uns in jungen Jahren stark verschĂ€tzt haben.

Bild: pixabay.com

 

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