Ess-Störungen: Wann bedarf es Hilfe?

Ist Übergewicht eine Ess-Störung? Welche Formen von Ess-Störungen gibt es überhaupt? Und wo finden Betroffene und Angehörige Hilfe? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat auf der Webseite www.bzga-essstoerungen.de die wichtigsten Fakten zusammengefasst. Außerdem erklären drei Kurzfilme über Ess-Störungen auf und Tipps für Beratungsangebote gibt es noch dazu.

Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob jemand eine Ess-Störung hat oder ob er vielleicht nur etwas mäkelig im Umgang mit Lebensmitteln ist. Wer diverse Speisen nicht mag, muss noch lange keine Ess-Störung haben. Wer allerdings ein gestörtes Verhältnis zu seinem eigenen Körper hat und das Essen als Trost, Belohnung oder Ablenkung sieht, sollte sich mit seinem Ess-Verhalten näher auseinander setzen. Auf der Webseite der Bundeszentrale erhalten die Besucher viele Antworten auf die wichtigsten Fragen. So gibt es unter anderem eine Erklärung dazu, ob der BMI (also der Body Mass Index) Auskunft darüber gibt, ob eine Ess-Störung vorliegt. Und die Antwortet lautet: Nein. Ein sehr niedriger BMI kann zwar ein Hinweis auf eine Magersucht sein, doch der BMI ist kein aussagekräftiger Indikator für eine Bulimie oder Binge-Eating-Störung.

Viele Ess-Störungen – Magersucht, Bulimie, Binge-Eating-Störung – treten nicht in ihrer Reinform und mit typischen Merkmalen auf. Sie können sich auch mischen (dann spricht man von einer Mischform-Ess-Störung). Einzelne Merkmale können überlappen und so ist es für Betroffene nicht immer leicht, ihre Krankheit als solche auszumachen. Der Übergang von einem auffälligen Ess-Verhalten zu einem krankhaften Ess-Verhalten geschieht schleichend. Meistens beginnt die Auseinandersetzung mit dem Essen und seinem eigenen Körperbild in der Kindheit und Jugend. Wenn beim Essen das normale Gefühl von Sättigung gestört ist oder die Nahrung verweigert wird, um kein Gewicht zuzunehmen oder wenn Essen aufkommende Gefühle unterdrücken soll („emotionales Essen“), dann sollte schnell Hilfe in Anspruch genommen werden. Eine Ess-Störung kann schwer alleine bewältigt werden. Es gibt viele Möglichkeiten der Hilfestellung. Dank des Internets können sich Informationen anonym zugeführt werden. Bei der Online-Beratung, der Telefon-Beratung oder einer Beratung vor Ort wird Betroffenen fachlich versiert weitergeholfen. Und je eher eine betroffene Person Hilfe in Anspruch nimmt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein normaler Umgang mit Essen erreicht werden kann.

Zu den Ess-Störungen gehören:

Magersucht: Bei der Magersucht haben Betroffene Angst vor einer Gewichtszunahme. Auch, wenn sie schlank und sogar dünn sind, haben sie ein gestörtes Wahrnehmungsverhältnis und fühlen sich unförmig und dick. Eine Magersucht kann durch die starke Gewichtsabnahme lebensbedrohlich werden.

Bulimie: Bei der Bulimie kommt es zu regelmäßigen Ess-Anfällen. Um kein Körpergewicht zuzunehmen, übergeben sich Betroffene nach dem Essen, nehmen Appetitzügler oder Abführmittel oder treiben sehr viel Sport, um einer Gewichtszunahme entgegen zu steuern.

Binge-Eating-Störung: Menschen mit einer Binge-Eating-Störung leiden unter wiederkehrenden Ess-Anfällen (regelrechte Fress-Anfälle). Sie nehmen innerhalb kurzer Zeit große Nahrungsmengen zu sich und haben das Gefühl, die Kontrolle über ihr Ess-Verhalten zu verlieren. Der englische Begriff Binge-Eating steht für exzessives und übermäßiges Essen.

Mischform: Die Mischform tritt bei den Ess-Störungen am häufigsten auf. Von einer Mischform spricht man, wenn eine Person zwar charakteristische Symptome einer Ess-Störung aufweist, aber die Kriterien nicht eindeutig einer der drei zuvor genannten Formen zugeordnet werden können. Allerdings ist die Mischform ebenso eine ernstzunehmende Krankheit, die professionell behandelt werden muss.

Bild: HNFOTO – fotolia.com

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