Alkohol: Genuss oder schon Sucht?

Als Faustformel gilt, dass 125 Milliliter Rotwein am Tag – das entspricht einer Menge von zehn bis zwölf Gramm reinem Alkohol – für Frauen als unbedenklich gelten.

Der Alkoholkonsum ist in Deutschland ungebrochen hoch. Für viele Menschen gehören das Bier zum Feierabend, das Glas Wein zum Essen und die Drinks am Wochenende einfach mit dazu. Doch wann handelt es sich beim Trinken von Alkohol um Genuss und ab wann sprechen wir von einer Sucht? Und was kann Alkohol im menschlichen Körper anrichten?

Als Faustformel gilt, dass 125 Milliliter Rotwein am Tag – das entspricht einer Menge von zehn bis zwölf Gramm reinem Alkohol – für Frauen als unbedenklich gelten. Bei Männern sind es 500 Milliliter, also 20 bis 24 Gramm Alkohol. Das entspricht einem halben Liter Bier. Da Alkohol für viele Menschen im Alltag einfach mit dazu gehört, kann es schnell passieren, dass aus einem Glas Wein zwei oder drei werden und wer ein Bier trinkt, bestellt gerne noch ein zweites und ein drittes, vielleicht ein viertes… Eine zu große und regelmäßige Menge an Alkohl kann langfristig die Organe schädigen und somit den Ausbruch diverser Krankheiten beschleunigen. So sind Lebererkrankungen (beispielsweise Leberzirrhose), Magenschleimhautentzündung, aber auch Bauchspeicheldrüsenkrebs und Speiseröhrenkrebs vielfach auf einen zu hohen Konsum von Alkohol zurückzuführen. Neben den Gefahren körperlich krank werden zu können, besteht bei einem zu hohen Konsum von Alkohl immer auch das Risiko in eine Sucht abzurutschen. Der Weg in die Sucht geschieht meistens schleichend und nicht von heute auf morgen. Es kann mit dem Konsum von alkoholischen Getränken während eines geselligen Zusammenseins mit Freunden, der Familie, bei Veranstaltungen beginnen und bis zu unkontrollierten Trinkekzessen führen. Der Alkohol schafft ein Wohlgefühl und schmeckt gut. Wird regelmäßig getrunken, dann setzt schon hier der Gewöhnungseffekt ein und man braucht mehr Alkohol, um dieses schöne Gefühl (Glückhormone werden ausgeschüttet) zu erreichen.

Häufig merkt der Trinker selbst, dass er immer mehr Alkohol braucht, um ein wohliges Gefühl zu schaffen. Wer nicht mehr nur in Gesellschaft trinkt, sondern auch zu Hause in den eigenen vier Wänden alleine und viel Alkohol konsumiert, sollte ernsthaft überlegen, ob sich sein Trinkverhalten in den letzten Monaten verändert hat. Trinke ich mehr als sonst? Trinke ich in bestimmten Situationen? Trinke ich beispielsweise, wenn ich genervt von der Arbeit nach Hause komme? Warum trinke ich Alkohol und keinen Tee oder Saft? Hat sich das Trinkverhalten dahingehend verändert, dass Bier oder Wein nicht mehr nur Genussmittel sind, sondern ein innerlicher Zwang besteht Alkohol trinken zu wollen und zu müssen, dann kann schon von einer Sucht gesprochen werden. Es wird empfohlen, einige Tage in der Woche komplett auf Alkohol zu verzichten, auch, um den Körper (die Leber) zu entlasten.

Damit es gar nicht erst zu einer Alkoholsucht kommt, lohnt es sich, sich anzuschauen, was im Körper passiert, wenn auf Alkohol verzichtet wird. Die Organe können sich relativ schnell – je nach Belastung – erholen. Der Blutdruck kann sinken, die Zellen reparieren sich und bilden sich neu und das Herz-Kreislaufsystem normalisiert sich. Sogar eine angeschlagene Leber ist in der Lage, wieder zur Höchstleistung aufzulaufen. Gehirnzellen, die durch einen zu hohen Konsum von Alkohol abestorben sind, lassen die Arbeit einfach von den funktionierenden Zellen übernehmen, die neue Verknüpfungen im Gehirn bilden.

Bild:

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.