Teegenuss: Auf den Inhalt kommt es an

Ein Blick in das Tee-Regal im Supermarkt kann einen verunsichern. Es gibt so viele Marken, Geschmacksrichtungen und Variationen, dass die Auswahl schwer fallen kann. Viele Tee-Fans greifen immer zur gleichen Sorte und haben sich an den Geschmack gewöhnt, doch wer einmal einen anderen Tee ausprobieren möchte oder gerne die Geschmacksrichtung variieren will, der hat die Qual der Wahl. Es gibt nicht nur zig verschiedene Sorten und Marken, es gibt außerdem enorme Qualitätsunterschiede. Bei der Wahl des richtigen Tees gilt vor allem der Leitsatz „Probieren geht über Studieren“ und doch ist es wichtig, sich im Vorfeld etwas mit dem Lebensmittel Tee zu beschäftigen.

Die Sorten klingen wirklich lecker und jedes Jahr finden neue Geschmacksrichtungen den Weg in das Tee-Sortiment. Doch nicht immer ist der Tee wirklich so lecker, wie er auf der Verpackung angepriesen wird. Denn: Aromen und Zusatzstoffe machen aus einer eigentlich natürlichen Zutat ein Kunstprodukt und das kann den Geschmack vermiesen. Tee-Kenner wissen das und achten genau darauf, was in ihren Beuteln oder Verpackungen enthalten ist. Wer sich noch nicht so gut auskennt, muss die Liste mit den Inhaltsstoffen studieren, aber das gilt ja nicht nur für Tee.

Der Tee „New York Chai“ (Sweet Honey Lemon) einer bekannten Teemarke wird als würzig-süß im typischen New York Style offeriert. Der aromatisierte Rotbuschtee mit Honig-Vanille- und Zitronen-Aroma enthält Rotbusch-Tee als Grundzutat, doch die Aromen (Zitronenaroma, Honig-Vanillearoma) geben dem Tee einen derart künstlichen Geschmack, dass wahre Teefans das parfümierte Wasser eiligst in den Ausguss kippen. Ähnlich verhält es sich beim Rotbusch-Tee „Sahne-Karamell“, der derart stark mit Sahne-Karamell-Aroma versetzt ist, dass auch hier Teetrinker eher ablehnen anstatt zuzugreifen. Doch es geht auch anders: Immer mehr Teehersteller tragen der Nachfrage der Kunden Rechnung und bieten Teesorten an, die mit biologischen Komponenten aufwarten (Organic) und auf künstliche Aromen verzichten. Ein Früchtetee muss Früchte enthalten, Gewürze dürfen mit dabei sein, künstliche Aromen braucht es nicht.

Wer eine neue Teesorte probieren möchte, sollte wissen:

  • Tee-Sorten werden oftmals künstlich aromatisiert.
  • „Nur natürliche Zutaten“ bedeutet, dass der Tee ausschließlich Naturprodukte enthalten darf. Chemisch hergestellte, künstliche Aromen dürfen nicht dabei sein.
  • „Natürliches Aroma“ heißt, dass der Geschmack nur teilweise (oder gar nicht) vom Geschmacksträger (Beispiel Apfel) kommt, sondern durch ein Aroma erzeugt wird, das aus einem Naturprodukt gewonnen wurde.
  • „Natürliches Apfel-Aroma“ zeigt auf, dass das Aroma zu 95 Prozent aus der namensgebenden Frucht gewonnen werden muss.
  • „Aromatisiert“ oder „Aroma“ oder „Apfel-Aroma“ gibt den Hinweis, dass Äpfel höchstwahrscheinlich überhaupt nicht im Produkt enthalten sind. Der Geschmack wird mit synthetischen Aromen erzielt. Künstliche Aromen in Lebensmitteln sind gesundheitlich unbedenklich, allerdings stehen Aromen im Verdacht, den Appetit anzuregen und das natürliche Geschmacksempfinden abzuschwächen.

Es muss einfach ausprobiert und probiert werden. Wer dann aber seinen Lieblingstee gefunden hat, kann sich ein leckeres Getränk zubereiten, dass an kalten Winterabenden nicht nur den Körper wärmt, sondern auch der Seele gut tut. Und das Thema der richtigen Zubereitung von Tee wäre noch einmal ein ganz eigenes für sich.

Bild: pexels.com

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