Aromen: Darum schmeckt es uns so gut

Es dürfte mittlerweile jedem Genießer bekannt sein, dass Aromen eine ganz wichtige Rolle in der Lebensmittelindustrie spielen. Jeder hat bestimmt schon einmal die Geschichte vom Erdbeerjoghurt gehört, der beinahe gar keine echte Frucht enthält, sondern seinen Geschmack durch den Zusatz von Aromen bekommt. Das ist leider so. In den Laboren wird geforscht, gemixt und abgeschmeckt und die dort entwickelten Aromen bescheren unseren Lebensmitteln den entsprechenden Geschmack und Geruch. Wer so natürlich wie möglich essen möchte, der sollte beim Einkaufen die Zutatenliste genau studieren, denn hinter den vielen unverständlichen Begriffen verbergen sich neben den Aromastoffen sehr häufig auch weitere Zusatzstoffe (Farbstoffe, Konservierungsstoffe, etc.).

Hochwertige Zutaten wie Früchte, Nüsse oder Fleisch werden vor allem in preiswerten Produkten ganz oder teilweise durch kostengünstige Aromen ersetzt. Fruchtjoghurt enthält kaum Frucht, Schinken-Chips keinen Schinken und Haselnusseis nur minimale Spuren von echter Nuss. Das sind nur einige Beispiele, die Aufzählung könnte seitenweise fortgeführt werden. Auf der Webseite „Lebensmittelklarheit“ ist zu lesen, dass allein 2.700 (!) physikalisch-chemische, gen- oder biotechnologisch hergestellte Aromen den Produkten ihren gleichbleibenden Geschmack verleihen. Erstaunlich ist, dass mit nur einem Gramm Aroma ein ganzes Kilogramm Lebensmittel aromatisiert werden kann. Übrigens dürfen die Lebensmittelproduzenten nur in verarbeiteten Lebensmitteln Aromen einsetzen, Naturprodukte wie beispielsweise Honig müssen „rein“ bleiben.

Die Unterschiede von Aromen

Bei den Aromen gibt es Unterschiede und Verbraucher sollten diese kennen, um sich bewusst für oder gegen ein Produkt zu entscheiden.
Wenn in der Zutatenliste eines Produktes lediglich das Wort „Aroma“ aufgeführt ist, dann ist meistens davon auszugehen, dass das Aroma in einem Labor chemisch hergestellt (synthetisiert) wurde. Die frühere Unterscheidung zwischen künstlich und naturidentisch gibt es im Lebensmittelrecht heute nicht mehr. Als naturidentisch galt ein Aromastoff, wenn die Substanz zwar in der Natur vorkommt, aber lebensmittelchemisch hergestellt wird (Beispiel: Vanillin aus der Vanilleschote). Die Bezeichnung künstlich hingegen drückte aus, dass die Substanz in der Natur nicht existiert. „Natürliche Aromen“ (auch „Natürliche Aromastoffe“) müssen aus einem natürlichen Rohstoff kommen, allerdings nicht unbedingt aus einem Lebensmittel. Der Ausgangsstoff darf pflanzlich oder tierischen Ursprungs sein, möglich sind aber auch Mikroorganismen wie Schimmelpilze. So kann Vanillin etwa durch Mikroorganismen aus Nelkenöl gewonnen werden. Wird bei einem natürlichen Aroma zusätzlich die Quelle genannt („Natürliches Erdbeeraroma“), dann muss das Aroma zu mindestens 95 Prozent aus diesem Lebensmittel – also aus der Erdbeere – stammen. Wird ein Extrakt angegeben („Vanilleextrakt“), dann werden die Aromen durch die Extraktion herausgezogen und dem Produkt beigegeben.

Es lohnt sich also einmal mehr, die Inhaltsstoffe auf den Lebensmitteln anzuschauen, um zu wissen, welche Produkte gekauft und dann verzehrt werden.

Bild: pixabay.com

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